Zimmer mit Aussicht

Investor läutet mit „Tag der offenen Tür” die aktive Vermarktung des Weißen Riesen ein. 30 von 140 Einheiten sind vermietet.

Matthias Oelkrug / NRZ, DER WESTEN

Aussicht
Hauptsächlich „ältere Leute” soll das Konzept des luxussanierten 70-er-Jahre-Hochhauses an der Hanielstraße ansprechen. Aber „älter” ist bekanntlich relativ. David Noe etwa hat bis zur Rente noch 37 Jahre vor sich. Das 20-stöckige Hochhaus kennt er aus Kindertagen. Der „Homberger Jung” ist hier aufgewachsen. Jetzt zieht es ihn, mittlerweile verheiratet, dahin zurück. Am Wochenende konnte er die alte, neue Heimat schon einmal besuchen: Die Firma D.Ing, die das leer stehende Haus letztes Jahr per Zwangsversteigerung erworben hatte, hatte am Samstag zum „Tag der offenen Tür” in das entkernte und von Grund auf renovierte Gebäude geladen. Hunderte hatten die Möglichkeit genutzt, das Hochhaus zu besichtigen und aus dem 20. Stock die Aussicht über Duisburg und den Rhein zu genießen. Noe ist einer von 30 Mietern, die sich bereits eine der 140 Wohnungen in dem früher als Bausünde verschrienen Häuserkomplex gesichert haben. „Und das alles, ohne dass wir sie aktiv vermarktet hätten”, so Andreas Hahn vom Investor D.Ing. Die aktive Vermarktung beginnt jetzt, denn im Juli sollen die Wohnungen bezugsfertig sein.

Mieten: „Erschwinglich, aber nicht Arge-tauglich”

Die Mieten sind laut Hahn mit Quadratmeterpreisen zwischen fünf und sechs Euro, je nach Ausstattung, „erschwinglich, aber nicht Arge-tauglich”. Man setze ganz bewusst nicht auf das Konzept, das das Hochhausviertel in den 80-er und 90-er Jahren in Verruf gebracht hatte: Bevorzugte Vermietung an Sozialhilfeempgfänger, denn das Amt zahlt pünktlich und zuverlässig. Das Image der Hochhäuser sei ohnehin „das einzige echte Problem, das wir hier haben”, meint auch D.Ing-Geschäftsführer Till Mundorf. Deshalb sollen im Luxus-Hochhaus ganz andere Verhältnisse herrschen: Ins Gebäude kommt nur, wer am Concierge im Eingangsbereich vorbei kommt; nachts sorgt ein Wachdienst für Ordnung. Bis Juli will Mundorf auch das Problem der aus Sicherheitsgründen von der Stadt gesperrten Tiefgarage (wir berichteten) gelöst haben: „Unser Konzept steht. Zu diesem Stichtag werden wir, wie verlangt, unsere Stellplätze nachweisen können – und zwar in dieser Tiefgarage.” Die jetzt geplanten Maßnahmen gegen Einsturzgefahr und Brandschutzmängel könnten aber nur eine Interimslösung sein, so lange die Eigentumsverhältnisse an der benachbarten, leer stehenden Hochhausruine Ottostraße 24-30 ungeklärt sind, denn auch die Stellplätze dieses Hauses sind in der Tiefgarage. „Alles andere würde ja heißen, dass wir dem zukünftgen Eigentümer für viel Geld die Tiefgarage sanieren.”

Mundorf hatte in der Vergangenheit mehrfach durchblicken lasen, das er selber gern dieser neue Eigentümer wäre. Am Sonntag gab er sich aber noch bedeckt: „Wir haben hier ein aktuelles Projekt, das gut läuft und uns beschäftigt. Später sehen wir weiter.”

NRZ / DER WESTEN vom 29.03.2009

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